Mittwoch, 15. Juli 2020

Dienst- und Übungsbetrieb ist wieder gestartet

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Für die Schwerpunktfeuerwehr Einbeck in dieser Woche | Online-Lernstoff in der Corona-Pause | Einsatzbereit

 

 

Einbeck. Wenn’s brennt oder ein anderer Notfall eintritt, waren und sind sie zur Stelle, jetzt hat für die Mitglieder der Ortsfeuerwehr Einbeck auch wieder der Übungs- und Dienstbetrieb begonnen. Unter Corona-Bedingungen und Beachtung von Hygieneregeln hat sich in dieser Woche die erste Gruppe getroffen; in der kommenden Woche nimmt die zweite Gruppe ihren Übungsdienst wieder auf - zur Freude von Ortsbrandmeister Frank Schwarz und des Kommandos, aber auch der Mitglieder, die schon darauf gewartet haben. 

 

Seit Mitte März, berichtet Frank Schwarz, war der Übungsbetrieb eingestellt: keine regelmäßige Zusammenkünfte zur Ausbildung, aber auch keine Feiern oder Wettbewerbe. Die Jahreshauptversammlung konnte ebenfalls nicht stattfinden. Man habe das Infektionsrisiko möglichst gering halten wollen und müssen, um den Brandschutz weiterhin zu gewährleisten, betont er. Das sei gelungen, die Feuerwehr sei jederzeit einsatzbereit gewesen, und immerhin gab es seit Mitte März, seit dem Lockdown, auch mehr als 50 Einsätze unterschiedlicher Art. 

Aus- und Weiterbildung war aber online möglich. Sowohl die Niedersächsische Akademie für Brand- und Katastrophenschutz in Celle hat dazu Angebote gemacht als auch die Ortsfeuerwehr Einbeck. Über E-Learning-Programme konnte weiterhin ausgebildet und unterrichtet werden. Verschiedene Themen wurden dabei aufgegriffen, um Sachverhalte vertiefend zu behandeln. Man wollte damit die Möglichkeit anbieten, im Thema zu bleiben, sich virtuell fort- oder weiterzubilden, Ausbildungsinhalte nachhaltig zu präsentieren und vielleicht auch an dieser Lernform Spaß zu finden. Schwerpunkte wie das Verhalten im Übungsbetrieb unter Corona-Bedingungen gehören ebenso zum Themenspektrum wie der sichere Umgang mit Aufzügen im Feuerwehr-Einsatz, Brandsicherheitswachdienst, Infos zur Drehleiter, zu Vegetationsbränden, zum Einsatz des Rauchvorhangs oder Grundsätzliches zur Löschwasserversorgung oder zur persönlichen Schutzausrüstung. Das Wissen in Geräte- und Knotenkunde konnte man auffrischen, und die Unterweisungen im Hygieneschutz wurden ebenfalls hochgeladen. 

Er könne sich vorstellen, so der Ortsbrandmeister, dass man dieses Angebot nicht nur während der noch andauernden Pandemie, sondern dauerhaft beibehalte. Feuerwehrleute seien zwar eher Praktiker, aber es gebe inzwischen 25 unterschiedliche Online-Kurse, die eine große Bandbreite der Feuerwehrarbeit abdecken würden, da sei für jeden etwas dabei. 

Um auch in diesen Zeiten, die den direkten Kontakt im Feuerwehrhaus unmöglich machten, ein bisschen beieinander zu bleiben, zumal man lange Zeit nicht wusste, wann und wie es weitergehen würde, habe man auch über entsprechende Online-Anwendungen Videokonferenzen beziehungsweise Informationsaustausch ermöglicht, zunächst einmal pro Woche, inzwischen alle zwei Wochen. Bei diesen Besprechungen geht es unter anderem auch darum, was in den Gruppen passiert. Es sei ihm wichtig, hebt Frank Schwarz hervor, alle Kameradinnen und Kameraden abzuholen und mitzunehmen - bisher seien alle dabei geblieben, »und jetzt gibt es auch wieder eine Perspektive«, freut er sich, dass es die Landesverordnungen möglich machen, sich unter Beachtung einiger Auflagen zu treffen. Dass Auslandsreisen wieder möglich seien, Feuerwehrdienste aber nicht, das sei auch schwer zu vermitteln gewesen. Die Messlatte mit den Kriterien, die man jetzt noch beachten müsse, liege hoch, räumt er ein. Man habe in den Gruppen nachgefragt, wer sich beteiligen wolle: »Wer möchte, der kommt, wer noch nicht mitmachen möchte, kann noch zuhause bleiben«, erläutert er, das sei völlig in Ordnung. So würden zwei Gruppen wieder in den Übungsbetrieb gehen und zwei noch nicht. Wenn sich die Rahmenbedingungen weiter lockern, werden auch diese beiden Gruppen wieder dazu kommen. 

Zunächst gibt es für die Teilnehmer eine Hygieneunterweisung, für die auch eine Dokumentationspflicht besteht. Die Gruppe darf nicht größer sein als zehn Personen, und während der Dienste müssen die Hygienebestimmungen eingehalten werden: Handdesinfektion, wofür Spender bereitstehen, und das Tragen einer Mund-Nasen-Maske - bei vielen im Feuerwehr-Design -, gehören unbedingt dazu. Die Mund-Nasen-Maske wird auch verpflichtend im Einsatz getragen. Zudem gibt es eine Gefährdungsbeurteilung, angepasst an den jeweiligen Dienst. Benutzte Gerätschaften und Ausrüstungsgegenstände müssen desinfiziert werden. Das alles sei zwar ein erhöhter Aufwand, aber gut zu schaffen, ist er zuversichtlich. Es sei wichtig, überhaupt wieder den Dienst aufzunehmen. 

Nach gut drei Monaten konnte also der Re-Start unter den geltenden Regeln erfolgen. Die Übungsabende finden im wöchentlichen Wechsel immer donnerstags ab 19 Uhr statt; bis zur Sommerpause soll dieser Rhythmus auch beibehalten werden. Ende August, schaut der Ortsbrandmeister nach vorn, könnte man eventuell wieder in den Regelbetrieb gehen, bei dem im Rahmen der Züge und mit der gesamten Wehr geübt werden kann. Erst einmal stehen Fahrzeug- und Gerätekunde auf dem Programm - man müsse den Ausbildungsstand erhalten, so der Ortsbrandmeister, der froh darüber ist, dass alle dabei geblieben sind und mit Elan auch wieder beginnen wollen. 

Pausieren muss weiterhin der Nachwuchs: Für die Jugendfeuerwehr gibt es noch keinen Termin für den Neubeginn. 

                ek

 

 

Die erste Gruppe der Schwerpunktfeuerwehr Einbeck hat sich in dieser Woche nach rund dreimonatiger Corona-bedingter Pause wieder zum Übungsdienst unter der Leitung von Gruppenführer Peter Garus (rechts) getroffen, mit Mundschutz, nach vorheriger Hygieneunterweisung und zum Auffrischen von Kenntnissen zu Fahrzeugen und Geräten.             Fotos: Kondziella

 

 

Einbecks Ortsbrandmeister Frank Schwarz (links) und Zugführer Matthias Weger freuen sich über den Re-Start der Einbecker Feuerwehr. Der Übungsbetrieb konnte in dieser Woche wieder aufgenommen werden, zunächst für zwei Gruppen, im Zuge weiterer Lockerungen hoffentlich auch bald für die ganze Feuerwehr. 

 

Quelle Einbecker Morgenpost

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